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V. E. Schwab - Vicious. Das Böse in uns (# 1)

 

 

Verlag: Fischer (2019)

Seiten: 400

Format: ebook

ISBN: 978-3-596-70503-0

Originaltitel: Vicious

 

1. Teil der Reihe "Vicious & Vengefuel"

Victor Vale und Eli Ever sterben - jedoch nicht endgültig, sondern um unter Beweis zu stellen, dass sie, wenn sie ins Leben zurückkommen., mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, also sog. ExtraOrdinäre sind. Dies gelingt auch. Eli hat Selbstheilungskräfte, während Victor den Schmerz kontrollieren kann. Während Victor sich der Frage widmet, ob mit den Fähigkeiten von ExtraOrdinären Gutes getan werden kann, ist Eli von dem Gedanken besessen, gerade diese auszulöschen, da sie Widernatürlich sind.

Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, bei dem Victor von dem ehemaligen Mithäftling Mitch und der EO Sydney Hilfe bekommt. Doch Eli hat ebenfalls Verbündete: Serena, deren Namen schon Programm ist.

 

Eine ungewöhnliche Geschichte, die in der Grundstory sehr an eine Mischung aus X-Men und Flatliners erinnert, aber doch so anders ist.

 

Victor, der mit seiner Kraft, Schmerz zu unterbinden oder gar zuzufügen, eher eine Gabe darin sieht, um Gutes zu tun, macht sich daran, seinen ehemaligen Freund Eli gerade mit dieser Gabe Schmerz zuzufügen. Denn Eli denkt, dass Gott ihm die Aufgabe gegeben hat, alle, die mit solchen Gaben gesegnet sind, zu vernichten. 

 

Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Während Victor mit der selben Vehemenz nach Eli jagt, jagt Eli nach den EO und auch nach Victor. Denn der Hass zwischen den beiden ist nun genauso groß, wie es ehemals die Freundschaft war. 

 

Und dieser Hass hält beide aufrecht. Die Autorin gibt sich große Mühe, gerade diesen Hass zu schüren und lässt dabei manchmal etwas die anderen Beweggründe in den Hintergrund fallen. Auch die Hilfe von weiteren Personen wird erzählt, jedoch drängt sich immer wieder Victors Gefühl nach vorne. Die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere werden erklärt, jedoch nicht im vollen ausgeschöpft. Erst am Ende ergibt sich eine sinnvolle Einsetzung, was jedoch in meinen Augen auch etwas einfach gelöst war.

 

Trotzdem hatte die Geschichte eine gewisse Faszination. Ebenso auch die Charaktere, die zwar allesamt nicht gerade sehr vertrauenswürdig erscheinen, aber trotzdem Sympathie ausstrahlen. Selbst Eli der eigentlich der Böse ist, hat von mir etwas Mitleid erhalten, da er doch plausible Gründe für sein Vorgehen hat.

 

Der Schreibstil hat jedoch alles wieder wett gemacht. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, weil es einfach flüssig von der Hand ging. Es gab keine Längen und keine Langeweile.. 

 

Am liebsten hatte ich Mitch, der zwar keine EO ist, dafür aber mit seiner Vorliebe für Schokomilch, seiner besonnenen Art und seinem Mitgefühl, gerade für die junge Sydney zu einem Vaterersatz wird. Von ihm hätte ich gerne mehr erfahren.

 

Alles in allem ergibt sich ein spannender Roman über den Einsatz von Fähigkeiten, die einem so nicht zur Verfügung stehen. 

Freundschaft wird groß geschrieben, doch es wird auch aufgezeigt, wohin es führen kann, wenn die Freundschaft zerbricht und Hass an deren Stelle tritt.

 

Meggies Fussnote:

Ein kurzweiliger Roman im Marvel-Stil.

 

* * * (*)

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