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Rebecca Schaeffer - Market of Monsters. Bis auf die Knochen (# 1)

 

 

Piper Verlag

27. Oktober 2022

384 Seiten

ebook

978-3-492-70691-9

 

Market of Monsters 1

TRIGGERWARNUNG: Detailierte Beschreibung

diverser Foltermethoden, Gewalt und Tod!

 

Nitas Mutter ist Monsterjägerin und bringt deswegen Immer die Leichen von Monstern mit nach Hause. Diese können gewinnbringend verkauft werden, weshalb Nita die meiste Zeit am Seziertisch verbringt und mit einem Skalpell die Leiche in handliche Portionen zerteilt. Eine Arbeit, die Nita erstaunlicherweise sehr beruhigend findet. Denn mit den Toten muss sie nicht sprechen. Doch dann bringt Nitas Mutter ein lebendes "Monster" mit. Mit Fabrizio jedoch hat Nita Mitleid und verhilft ihm zur Flucht. Sehr zum Unmut ihrer Mutter. Kurz darauf wird Nita entführt und auf den Markt gebracht, für den sie die Leichen präpariert hat. Den "Market of Monsters", ein Handelsplatz, auf dem sich zwielichtige Gestalten herumtreiben Dort stößt sie auf den Zannie Kovit, der auch ein "Monster" ist, da er sich von dem Schmerz anderer ernährt. Nita muss schnellstens aus ihrem Gefängnis entkommen, denn ihre Körperteile werden schon sehnsüchtig von Käufern ersteigert. Denn auch Nita ist in den Augen derjenigen ein Monster, da sie eine erstaunliche Gabe besitzt. 

 

Ich hatte mir laut dem Klappentext eine total andere Geschichte vorgestellt, eher etwas magischeres, etwas lustigeres, etwas "kindlicheres", aber was ich dann letztendlich gelesen habe, war etwas gänzlich unerwartetes. 

 

Vorab möchte ich sagen, dass es in dem Buch eine Triggerwarnung gibt. Es geht um "Tod, Gewalt, Folter, Schmerzen, Entführung und Gefangennahme, Menschenhandel, Verlust diverser Körperteile und Sektionen". Eine Triggerwarnung, die wirklich alles aufzählt, was in dem Buch vorkommt. Blöd nur, dass die Triggerwarnung - zumindest in meiner Ausgabe - erst am Ende erscheint. Also eigentlich total unnötig ist, weil man ja nicht vorher gewarnt wurde. Ich bin nicht zartbesaitet, aber für diejenigen, die das Buch aufgrund des Klappentextes kaufen, wäre die Warnung VOR der Geschichte doch eher hilfreich.

 

Zurück zum Inhalt. Wie oben beschrieben, war die Geschichte nicht das, was ich erwartet habe, allerdings muss ich sagen, dass sie mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vielleicht auch gerade, weil sie so anders war, als gedacht. 

 

Wir treffen auf Nita. 18 Jahre, introvertiert und froh, wenn sie einfach ihre Arbeit tun kann. Diese "Arbeit" ist jedoch etwas ungewöhnlich, denn sie steht schon jahrelang am Seziertisch und zerteilt Leichen, damit die Gliedmaßen, Organe und sonstige Teile verkauft werden können. Dabei sind es jedoch nicht gewöhnliche Menschen, die Nita mit dem Skalpell bearbeitet, sondern sog. Monster. Dabei handelt es sich um Sagengestalten, wie z. B. Einhörner, Vampire und ähnlichem. Aber auch Menschen mit besonderen Eigenschaften. So z. B. sog: "Zannies", Menschen, die sich von den Schmerzen anderer ernähren. 

 

Nita liebt ihre Arbeit, stellt jedoch die Vorgehensweise in Frage. Doch gibt es für sie nichts Beruhigenderes, als mit dem Skalpell zu arbeiten. Bis eines Tages nicht ein Toter, sondern ein Lebender auf dem Tisch bearbeitet werden soll. Nun schaltet sich das Gewissen bei Nita ein und sie weigert sich, ihre Arbeit zu erledigen. Dies gefällt ihrer Mutter nicht und als Nita sogar dem "Monster" zur Flucht verhilft, fängt für Nita ein Leidensweg an, der damit endet, dass sie in einem Käfig gefangen wird und darauf wartet, selbst bei lebendigem Leib ihrer Gliedmaßen beraubt zu werden, weil diese verkauft werden soll.

 

Die Idee hinter der Geschichte finde ich total faszinierend, weil die Autorin auch eine unvergleichliche Art hat, diese Geschichte zu erzählen. Die Grausamkeiten, die Nita selbst austeilt und dann selbst einstecken muss, stehen im krassen Gegenteil. Nita weiß, dass ihr Vorgehen falsch ist, jedoch empfindet sie trotzdem eine Faszination für ihre Arbeit und kann nicht aufhören, dieser nachzugehen. Als sie selbst das "Opfer" ist, kämpft sie zwar ums Überleben, weiß aber ganz genau, dass sie - falls sie überlebt - weiterhin ihrer Neigung folgen wird.

 

Die Autorin hat einen sehr bildhaften Schreibstil und scheut auch nicht davor zurück, alles sehr genau zu beschreiben. Die Bilder, die man dabei vor Augen hat, sind schrecklich und ich musste mein Kopfkino manchmal bewusst ausblenden, da die Szenen doch teilweise sehr detailliert waren. 

 

Von den Charakteren kann ich jetzt nicht wirklich sagen, dass diese sympathisch waren, was aber auch an den von ihnen ausgeübten Tätigkeiten lag. Selbst Nita, die ja als Hauptcharakter eigentlich Mitleid verdienen müsste, konnte bei mir nicht richtig punkten. Und doch habe ich mitgelitten und gehofft. 

 

Die Geschichte ist wirklich faszinierend und ich warte gerne auf dem zweiten Teil. 

 

Meggies Fussnote:

Grausam und faszinierend.

 

* * * *

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