Wenn man gerne und viel liest, weiß man, dass sich manche Geschichten oder Abläufe wiederholen. Wenn ich mich an ein Academia-Buch setze, dann durchleben die Protagonisten Schuljahre, in denen es zu Problemen kommt. Man hat einen Mitschüler als Feind, das Böse dringt von außen ein und es gibt einen Mitschüler, den man besonders heiß findet. Meist gibt es mehrere Bände und am Ende wird alles gut. Greift man zu einem historischen Roman, werden mehrere Jahre abgehandelt. Zu Anfang hat es der Charakter schwer, wird von einem anderen ausgebremst, kann keinen Fuß fassen oder muss einen schweren Schicksalsschlag überstehen. Am Ende kommt die zweite Liebe, es wird alles besser als vorher und man erfährt sehr viel über das Mittelalter oder das Rittertum. Im Thriller geht alles etwas unter die Haut. Die Protagonisten werden verfolgt, psychisch fertig gemacht oder sind selbst der Täter. Am Ende bekommt jeder seine gerechte Strafe und der Main-Character lebt mit einem Trauma weiter.
In Komödien wird gelacht, in Liebesromanen kommt es zu einem Happy End, im Krimi wird der Mörder gefunden und in Sci-Fi-Romanen reisen wir zu anderen Welten.
Aber dann kommen immer wieder Bücher, die den Mainstream einfach unterbrechen. Und das lässt mein kleines Bücherherz natürlich schneller schlagen.
Stand heute (28.02.2026) haben mich für 2026 schon zwei dieser Bücher erreicht. Meine Highlights für Februar 2026. Diese beiden Bücher haben mich sehr begeistern können.
Das erste ist "Das White Octopus Hotel" von Alexandra Bell. Ich bin bei NetGalley darüber gestolpert. Es geht um Eve, die in einer Kunstgalerie arbeitet und ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Durch einen Schicksalsschlag fällt es ihr schwer, Vertrauen zu anderen zu fassen und lebt lieber allein und ohne Freunde. Doch dann bekommt sie in der Galerie Besuch von einem älteren Mann mit silbernem Haar. Als sie seine Hand schüttelt, weiß sie sofort, dass sie dies nicht zum ersten Mal macht. Aber sie weiß nicht, wer dieser Mann ist. Als dieser sie auffordert, zurück in das White Octopus Hotel zu kommen, wird Eve doch neugierig und macht sich auf den Weg. Was sie dann erlebt, ist unvorstellbar. Aber für sie normal.
Meine vollständige Rezension dazu, könnt ihr HIER nachlesen.
Hier hat mich sehr fasziniert, mit welch ruhigen Tönen durch die Geschichte geleitet wird. Alexandra Bell hat sich Zeit gelassen, alles zu erklären, ohne dass es langweilig wird oder sich zieht. Die Story hat mir ein wohliges Gefühl verschafft. Und hey, es kommen Oktopusse darin vor. Was gibt es Besseres?
Mein zweites Februar-Highlight ist das genaue Gegenteil. Matt Dinniman hat mit "Dungeon Crawler Carl" in einem rasanten Tempo die Story von Carl erzählt. Carl hat sich gerade von seiner Freundin getrennt und muss nun sein Leben wieder auf die Reihe bringen. Momentan passt er noch auf die Katze seiner Ex auf, bis diese aus dem Urlaub zurück ist. Als Prinzessin Donut, eine mit Preisen übersäte Rassekatze, nachts aus dem Fenster springt und aus einem Baum gerettet werden muss, macht sich Carl mit Lederjacke und Boxershorts bekleidet auf, dies zu tun. Nur blöd, dass in diesem Moment Außerirdische alle Häuser auf der Erde platt machen und die überlebenden Menschen dazu auffordern, an einer Spielshow a la Dungeons & Dragons teilzunehmen. Als Carl sich aufmacht, in den "Dungeons" um sein Leben zu kämpfen, ist sein Schicksal eng mit dem der Katze Donut verknüpft.
Dieses Buch ist so schnelllebig, urkomisch, sarkastisch und wirr. Aber ohne kitschig zu wirken. Carl und Donut sind ein Spitzenteam. Sie machen jeden Gegner platt, führen komplizierte Strategien aus und kämpfen sich so durch das Labyrinth der Dungeons. Die Dialoge sind spitzfindig und ironisch. Die vom Autor geschaffene Welt voller Gefahren, aber auch gespickt mit rührenden Momenten. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich die Story durch. Und nun warte ich sehnsüchtig auf die nächsten Teile.
HIER geht es zu meiner Rezension.
Und für solche Bücher lohnt es sich einfach, auch mal abseits des Mainstreams zu lesen. Ich bin natürlich auch froh, dass ich durch bestimmte Plattformen die Chance habe, diese Bücher zu entdecken. Ich weiß nicht, ob ich sie auf "normalem" Wege gefunden hätte.
Wie ist das bei Euch? Gibt es Geschichten, die auch Euch solche Momente bescheren?

Kommentar schreiben