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Nina Casement - Grenzgang. Die Belagerung von Neuss


 

 

 

Bibliografische Daten:

 

 

  • Verlag: Selfpublishing
  • ET: 28. Mai 2026
  • Seiten: 39
  • Format: ebook
  • ISBN: 978-3-695643158
  • Reihe: --
  • Band: --
  • gelesen: 07/26

Meine Meinung:
Luitgard zieht zusammen mit ihrer Mutter nach Neuss. Beide freuen sich darauf, dort ein neues Leben beginnen zu können. Sie mieten sich ein Häuschen und Luitgards Mutter verdient durch Näharbeiten Geld, so dass sie sich die Miete leisten und im Garten Gemüse anbauen können. Luitgard fühlt sich unbeschwert, schließt neue Freundschaften und freut sich auf die Zukunft. Doch dann wird die Stadt von den Burgundern belagert. Keiner kommt mehr raus oder rein. Am Anfang sind alle noch zuversichtlich. Es gibt reichlich zu Essen. Doch dann gehen die Vorräte zu Neige. Und so führen die Einwohner nicht nur einen Kampf gegen die Burgunder, sondern auch gegen den Tod.

 

Die Novelle besteht aus knapp 39 Seiten und hat es in sich. Die Autorin beschreibt mit eindringlichen Worten die Belagerung der Stadt Neuss im Jahre 1474. Diese Belagerung dauerte fast ein Jahr und die Bewohner der Stadt führten nicht nur einen Kampf gegen die Belagerer, sondern auch gegen den Tod durch Verhungern.

 

Die ersten Seiten sind noch fröhlich, lernen wir dort Luitgard und ihre Mutter kennen, die gerade erst nach Neuss gezogen sind, um dort ein neues und unbeschwertes Leben führen zu können. Doch kurz darauf geschieht das Undenkbare. Die Stadt wird belagert. Keiner kommt mehr raus oder rein. Nur noch auf Schleichwegen, die jedoch nach kürzester Zeit auch bewacht werden. Und so wird die Nahrung knapp. Es gibt tägliche Rationen, aber die reichen nicht aus. 

 

Und so erfahren wir durch Luitgard, was genau geschieht. Sie selbst weiß erst nicht, was passiert ist, doch sie erkundigt sich. Nach und nach ergibt sich ein Bild. Doch nicht von den Belagerern, sondern von den Mitmenschen. Luitgard beobachtet, bis sie selbst zu schwach ist. Und doch holt sie immer wieder aus sich einen letzten Rest Kraft heraus. Sei es, um sich gegen den Feind zu wehren, sei es, um in gefährlichen Missionen die Stadt zu verlassen und nach Essen zu suchen. Sei es, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Oder sei es, um sich selbst zu retten. 

Verschiedene Wege werden gezeigt. Luitgard ist für ihre 11 Jahre unheimlich erwachsen und hilft, wo es geht. Sie verteidigt selbst angebautes Essen mit ihrem Leben, kümmert sich um andere, hofft und betet. 

Die Autorin hat eine sehr intensive Art und hat mich total in den Bann gezogen. Die Geschichte ist kurz, doch voll mit Emotionen, Gedanken, Auswegen, Zielen, Hoffnungen, Leiden, Traurigkeit und dem nie enden wollenden Hungergefühl. Luitgard muss so einiges durchstehen. Ein Jahr voll banger Hoffnung. 

 

Die Novelle ist eindringlich, gefühlvoll und zeigt auf, was Menschen auf sich nehmen können, wenn es darum geht, den Kampf ums Überleben zu führen.

 

Meggies Fussnote:

Kurz, aber sehr heftig.

 

* * * * *


Challenges:

  • Bookchallenge 2026 (Aufgabe 9)
  • Buchseiten Challenge 2026 (2 Punkte)
  • Die 50 Punkte Buchcover Challenge 2026 (Nach Text und Schrift)
  • Reiselust Challenge 2026 (2 Punkte)
  • Weltenbummler Challenge 2026 (5 Punkte)

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